Bau eines Katamarans
[Havelberger Volkstimme vom 14.12.2001. Von Wolfgang Masur]
Bau eines Katamarans ist für die Weft in Havelberg eine echte Herrausforderung
Geschäftsführer der Berliner Marina-Lanke-Werft übergab in dieser Woche den Auftrag
Für die Havelberger Kiebitzberg® Schiffswerft beginnt das neue Jahr sehr erfreulich. Zum Wochenbeginn war Peter Twelkmeyer, Geschäftsführer der Marina-Lanke-Werft aus Berlin-Spandau, zur Auftragsübergabe für den Bau eines Katamarans auf der Werft der Domstadt zu Gast. Seine Ehefrau Annette und der Berliner Konstrukteur Axel Mohnhaupt waren bei der Auftragsübergabe mit dabei.
"Wir haben bis 1968 selbst eine Werft betrieben und sind jetzt aber ein Wassersportbetrieb mit 420 Bootsplätzen und 15 Mitarbeitern", erzählte der Spandauer Geschäftsmann. "Seit der Wende sind wir sehr aktiv in der Vercharterung von Motorjachten und haben davon 20 eigene", fügte er an. "Von einer Länge ab 9,40 m bis zu 15 Metern sind es Eigenentwicklungen, die sich durch eine geringe Motorleistung und wenig Tiefgang auszeichnen. Wir haben uns in den letzten zwei Jahren weiter entwickelt, und im Unternehmen bringt der Charterbereich ein Drittel Umsatz", sagte Peter Twelkmeyer. Jetzt sind die Berliner auf den Katamaranbau gekommen.
"Wir lassen unsere Boote und Schiffe in den neuen Bundesländern bauen, das schafft Arbeitsplätze, und wir haben zu den Leuten hier und zu der Arbeit, die sie verrichten, volles Vertrauen", betonte Annette Twelkmeyer.
Andreas Lewerken, Geschäftsführer der Havelberger Kiebitzberg® Schiffswerft, und Peter Twelkmeyer sind eigentlich gute Bekannte, denn sie haben sich schon auf einigen großen Messen getroffen. Bei der Ausschreibung zum Katamaranbau hatte die Kiebitzberg-Werft den Zuschlag erhalten. "Hier wird der komplette Bau durchgeführt, und von einem hochwertigen Innenausbau als Katamaran bin ich überzeugt", so Twelkmeyer.
15 Meter lang und 5,10 Meter breit soll der Katamaran werden. Vier Kabinen mit 12 Schlafplätzen und in jeder Kabine eine Nasszelle werden eingebaut. "Die 15 Meter Länge als Schiff sind wegen des Sportbootführerscheins, denn dann darf man es noch fahren, und die 5,10 m Breite wegen der Schiffbarkeit in den Schleusen", erläuterte der Spandauer Geschäftsmann.
Um den Preis geringer zu halten, wird in dem etwa 500.000 Mark kostenden Katamaran ein Teil des Innenausbaus als Standardteile fertig eingebaut. Ein in Holland gebauter Katamaran in vergleichbarer Art würde das Doppelte kosten, meinte Herr Twelkmeyer.
Für das fünfköpfige Havelberger Schiffbauteam unter der Leitung von Schiffbaumeister Ulrich Ahrens ist der Katamaran eine echte Herausforderung, denn bereits zum Osterfest 2002 soll er fertig sein.
"Wir stehen zwar unter Zeitdruck", sagte Andreas Lewerken, "aber eine Glöwener Firma baut jetzt eine Deckenheizung in der Schiffbauhalle, die wir ja nur als Rohbau übernommen hatten, ein, und dann können wir dort sämtliche Arbeiten ausführen." Ein großer Teil an Vorbereitungsarbeiten wurde bereits erledigt und wenn die fünf Schiffbauer fertig sind, gehen sofort vier Tischler an den Innenausbau.
"Ich verlasse mich auf die Havelberger Crew, denn bis Anfang August 2002 ist der Katamaran bereits jetzt schon ausgebucht", sagte Peter Twelkmeyer.
Zum kommenden Osterfest wird die vierjährige Tochter Antonia der Twelkmeyers getauft, und sie soll dann auch auf der Havelberger Kiebitzberg® Schiffswerft den Katamaran taufen. "In absehbarer Zeit ist der Bau von weiteren Schiffen auf der Werft vorgesehen", betonte Peter Twelkmeyer.



