Schiffswerft baute Rumpf für einen Trawler
[Volksstimme Sachsen-Anhalt vom 11.05.2001]
Kiebitzberg-Schiffswerft baute Rumpf für einen Trawler / Weitere Aufträge vorhanden
Mitte August findet Kiellegung für einen Traditionssegler statt
[Von Andrea Schröder]
Havelberg. Der Katamaran für die Marina-Lanke-Werft Berlin war noch nicht zu Wasser gelassen, da begannen die Schiffbauer der Havelberger Kiebitzberg-Werft bereits den Bau des nächsten Schiffes. In graufarbenem, blankem Stahl liegt der fertige Rumpf nun in der Schiffbauhalle auf Kiel, letzte Feinarbeiten werden erledigt.
"Der Trawler geht Mitte Juli zum Sandstrahlen, Spachteln und Lackieren nach Hamburg", berichtet Firmenchef Andreas Lewerken. Im Frühjahr 2003 kann der Eigner, ein Privatmann aus den alten Bundesländern, das Schiff übernehmen. Bis dahin wird es in der Werft mit Motoren und Elektrik ausgestattet und die Tischler haben den Innenausbau erledigt
Auf die 20 Mitarbeiter der Schiffswerft wartet schon der nächste Auftrag. Ein Privatkunde hat einen Traditionssegler bestellt, der künftig auf der Nord- und Ostsee fahren wird. Im Gegensatz zu den heute schnittig und aerodynamisch gebauten Schiffsrümpfen wird der Segler einen klassischen Rumpf haben, wie er in den 20er Jahren des vorigen Jahrhundert gebaut wurde, berichtet Andreas Lewerken. Erkennbar ist das beispielsweise an dem eckigen Deckhaus mit Schiebefenstern und an der Art der Ruderanlage. Das Ruderblatt wird nicht über ein Steuerrad bewegt, sondern über eine Pinne, erklärt Schiffbaumeister Ulrich Ahrens. Das Schanzkleid wird nach historischen Vorlagen ausgeformt, das Poop-Deck ist hochgezogen, der Vordersteven ist gegenüber heutigen Yachten breiter. Während der Schiffsrumpf aus Stahl ist, wird der Segelmast aus Holz sein. Die Kiellegung soll in der ersten Augustwoche erfolgen.
Für die Schiffbaunummer vier der Werft unterschreibt Andreas Lewerken in den nächsten Tagen den Vertrag. Es wird ein Fahrgastschiff für die Elbe bei Dresden sein.
Verhandlungen werden geführt über den Bau eines Bestattungsschiffes auf der Ostsee.
"Ziel ist, pro Jahr sechs bis acht Schiffsrümpfe zu bauen", informiert Andreas Lewerken. Zwei Rümpfe können in der Halle gleichzeitig produziert werden.
Langfristig gesehen plant die Werft den Bau einer zweiten Schiffbauhalle. In diesem Zusammenhang nahm er Bezug auf die jüngsten Aussagen aus dem Wirtschaftsministerium und wies darauf hin, dass in Sachsen-Anhalt beides notwenig ist: Neugründungen von Unternehmen und die Entwicklung bestehender Firmen.
Auf dem Werftgelände laufen derzeit etliche Umbauarbeiten. So entstehen sanitäre Anlagen und ein Servicebereich für die Skipper und Mitarbeiter. Am Verwaltungsgebäude haben die Arbeiten begonnen



